Umweltmediation Gemeinwesenmediation Nachbarschaftsmediation

Die folgenden Artikel geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Anwendungsgebiete der Umwelt-, der Nachbarschafts- und der Gemeinwesenmediation.

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Christa Schäfer vom Mediationsblog www.mediation-berlin-blog.de zur Verfügung gestellt.

Wirtschaftsmediation im (PPP) Puplic Private Partnership-Umfeld

Bei der Planung und Einführung von Public Private Partnership (PPP) Projekten und im anschließenden Betrieb tauchen immer wieder Konflikte auf. Zwischen den Kommunen und dem Privatunternehmer, entstehen häufig Diskussionen und Missverständnisse über die gemeinsame Planung, Durchführung und den Betrieb der Anlage.

Die Kommunen müssen z.B. die Kosten senken und möchten reglementieren, der Privatunternehmer benötigt vielleicht „Freie Hand“ und wenig Reglementierung , um zügig seine Projekte zu verwirklichen. Zwangsläufig entsteht hier ein Spannungsfeld, welches die schnelle und effektive Umsetzung und den laufenden Betrieb des Projektes stört und hemmt. Ebenfalls nimmt die Öffentlichkeit vermehrt Notiz von diesen Projekten, bildet sich Ihre Meinung und vertritt diese vehement.

Aus diesem Grund ist es äußerst sinnvoll bereits im Vorfeld und auch im laufenden Projekt einen professionellen Mediator in den Gesamtprozess mit einzubeziehen. In diesem Aufgabengebiet sollte der Mediator stets die zwangsläufig durch die unterschiedlichen Interessen vorgeprägten Konflikte aufspüren und auflösen. Es hat sich erwiesen, dass die Projekte schneller und effektiver abgeschlossen werden, je früher die Konflikte aus der Welt geschafft sind. Eine weitere Aufgabe des Mediators kann und sollte, z.B. mit Zusammenarbeit einer Pressestelle, die mit Einbeziehung der Bevölkerung in das Projekt sein.

Was ist Mediation?

Die Mediation ist eine außergerichtliche Konfliktregelung. Sie hat dabei Ansätze der Verhandlungs- und der Konfliktforschung sowie des psychologischen Problemlösens. Desweiteren sind Erkenntnisse aus den Fachgebieten Konflikt- und Kommunikationswissenschaft und der Humanistischen Psychologie eingeflossen, sodass die Grundlagen der Mediation interdisziplinäre Quellen haben. In Deutschland hat sich das Verfahren seit etwa 1990 zunehmend etabliert und auch empirisch evaluiert.
Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten geeignet sind, diesen zu lösen und vom Mediator hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen. Die Mediation im klassischen Sinne erfolgt immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, es nehmen am Mediationsprozess ausschließlich die beteiligten Personen teil. In PPP Mediationen wird die Öffentlichkeit mit in den Prozess eingegliedert. Die in diesem Verfahren gemeinsam erarbeiteten, und geprüften Lösungen sind nachhaltig und für alle Parteien perfekt auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

Ein PPP Wirtschaftsmediator spricht die gleiche Fachsprache, kennt das Fachtermini, die Prozessabläufe und die großen Projekte in ihrer Komplexität. Er erkennt die Probleme und arbeitet Ziel- und Lösungsorientiert.
Der Mediationsprozess hat im Vergleich mit Gerichtsverfahren einen sehr geringen Zeitaufwand und eine immense Kostenersparnis. Ein weiterer Vorteil der Mediation ist die sehr schnelle Terminfindung und flexible Einsetzbarkeit in Europa.

Fazit: Um die Implementierung von PPP Projekten zu vereinfachen, sollte die frühestmögliche Einbindung des Mediators in den PPP Prozess erfolgen. Ziel dieser Maßnahme ist, dass die vorprogrammierten Konflikte bereits im Vorfeld angesprochen und ausgeräumt werden. Damit wird Ihrem Großprojekt der Weg geebnet und frei gemacht für eine gemeinsame Zukunft!

Kontakt:

Stefan Miklos Wirtschaftsmediator (IHK) PPP Mediation

Welfenstrasse 11a
DE 85586 Poing-Munich
Phone: +49 - 8121 883.767
Mobile: +49 172 970.5951
E-Mail: info@stefan-miklos.de
Internet: www.stefan-miklos.de


Gemeinwesenmediation/Stadtteilmediation/Nachbarschaftsmediation

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Christa Schäfer vom Mediationsblog www.mediation-berlin-blog.de zur Verfügung gestellt.

Während in den USA und in England die Community Mediation schon lange etabliert ist, bildet die Gemeinwesenmediation in Deutschland einen Bereich, der sich noch immer in einem Entstehungs- und Findungsprozess in den Projekten und im Fachdiskurs befindet.

Der Begriff Gemeinwesen wird verstanden im Sinne von Lebenswelt der Menschen in einem sozialen Raum (also z.B. einem Stadtteil). Dies beschreibt aus der Perspektive der BewohnerInnen z.B. das Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, die Freizeit, Nachbarschaftsbeziehungen sowie Freudschaften und das Zusammenleben in der Familie. Hieran sieht man, dass die Konfliktthemen eine große Bandbreite aufweisen und die Nachbarschaftsmediation einen Teilbereich der Gemeinwesenmediation darstellt.

Nachbarschaftsmediation bearbeitet Konflikte im privaten Bereich zwischen Nachbarn und Nachbarschaften. Gemeinwesenmediation bearbeitet vielfältige im Lebensumfeld auftretenden Konflikte, von Familienstreitigkeiten über Nachbarschaftskonflikte bis zu Konflikten zur Nutzung von Spielplätzen, den öffentlichen Räumen sowie religiösen und interkulturellen Konflikten, Konflikte in der Arbeitswelt, mit Verwaltung usw. Damit grenzt die Gemeinwesenmediation definitionsgemäß eng an die Umweltmediation an.

Der ursprüngliche Ansatz in der Nachbarschafts- und Gemeinwesenmediation bestand darin, eine Gruppe von Anwohnern und im Stadtteil arbeitenden Menschen in einer 40- bis 80stündigen Ausbildung zu NachbarschaftsmediatorInnen bzw. StadtteilmediatorInnen auszubilden. Diese MediatorInnen sollen die demographische Vielfalt ihres Einzugsgebietes repräsentieren und nach Ausbildungsende ehrenamtlich Mediationen im Stadtteil übernehmen. Während beispielsweise in London mehrere derartiger Ausbildungen jährlich stattfinden, gibt es in Deutschland meist nur eine Ausbildungsgruppe, die dann das Projekt mit aufbauen hilft. Deshalb hat sich der ursprüngliche Ansatz gewandelt und es sammeln in der Zwischenzeit viele MediatorInnen mit einer großen Mediationsausbildung ihre ersten Erfahrungen im Bereich der Gemeinwesen- und Nachbarschaftsmediation. Damit hat sich das Bild der Gemeinwesenmediation von einer sowohl präventiv als auch interventiv wirkenden Methode der Konfliktbearbeitung im Stadtteil zu einer ausschließlich interventiv arbeitenden Methode gewandelt.

Der Begriff der Stadtteilmediation meint die Bearbeitung von Konflikten des Gemeinwesens im Stadtteil. Es hat in der Erfahrung der Projekte herausgestellt, dass der Wirkungskreis von Projekten der Nachbarschafts- und Gemeinwesenmediation an größeren räumlichen Gegebenheiten ausgerichtet werden sollte, um eine stabile Fallanfrage und -bearbeitung im Projekt sichern zu können.

Bisher gibt es leider noch keine bundesweite Evaluation von Gemeinwesenmediationsprojekten. Die immensen Vorteile, die allerdings von Medianten, Quartiersmanagern und Stadtverwaltungen in diesem Bereich der Mediation gesehen werden, sprechen für sich.

Christa Schäfer

http://www.mediation-berlin-blog.de/


 

Mediation im öffentlichen Bereich (Umweltmediation)

Dieser Artikel wurde und freundlicherweise von Marcus Hehn, Vorsitzender der AG Mediation im Deutschen Anwaltsverein zur Verfügung gestellt

Die Mediation im öffentlichen Bereich, im Spannungsfeld zwischen Umwelt, Politik, Wirtschaft und Sozialem (häufig als "Umweltmediation" bezeichnet) spielte bei der Entwicklung der Mediation in den USA eine wichtige Rolle.

Unterstützt durch große nationale Stiftungen (z.B. der Rockefeller Stiftung oder der Ford-Stiftung) wurden einige erfolgreiche Mediationsverfahren im Zusammenhang mit umweltrelevanten Bau- und Planungsvorhaben durchgeführt.

Solche komplexen Mediationsverfahren sind im Gegensatz zu anderen Bereichen der Mediation vor allem dadurch geprägt, dass zahlreiche Vertreter verschiedenster Gruppen in ein solches kooperatives Verfahren eingebunden sind und in der Öffentlichkeit das Bedürfnis besteht, über den Fortgang der Verfahren informiert zu werden. Auf diese Besonderheiten müssen sich Mediatoren daher besonders einrichten.

In Deutschland sind solche komplexen Mediationsverfahren noch relativ selten. Seit den späten 80er Jahren haben etwa 150 Verfahren stattgefunden, bei denen zumeist Teams aus zwei oder drei Mediatoren die Verfahren geleitet haben. Hauptanwendungsgebiete sind Konflikte aus dem Bereich Verkehr, die Standortsuche bei umweltrelevanten Bau- und Planungsvorhaben (etwa Industrieanlagen oder Gewerbegebiete), die Sanierung von Altlasten oder die konzeptionelle Entwicklung von Umweltprogrammen.

Die Mediatoren stammen meist aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Umfeld, Rechtsanwälte sind dagegen nur selten als Mediatoren bei diesen komplexen Verfahren eingesetzt.

Weitere Infos: www.umweltmediation.info



Umweltmediation für Anwälte:

Gerade im öffentlichen Bereich wird die Mediation immer häufiger eingesetzt, da sie sich als interessengestütztes Verfahren nutzen lässt die vielen oft verbissenen, sich gegenüberstehenden Meinungen unter einen Hut zu bringen und so möglichst akzeptierte Lösungen zu erreichen. Hier hilft das klar strukturierte Verfahren und die neutralen Gesprächsleiter weiter. Gerade in umstrittenen und umfangreichen Infrastrukturprojekten ist die Mediation im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung ein sehr gutes Mittel die Interessen zu ermitteln.

Mediation im öffentlichen Recht ist auch deswegen eine so passende Methode der Konfliktbehandlung, weil in vielen Fällen ja die Behörde eigentlich nicht klassischer Gegner des Bürgers ist, sondern „Sachwalter“ seiner Interessen, die natürlich mit vielen anderen kollidieren können. Das hat zur Folge, dass die mit klassischer Rechtsprechung zu erreichenden Schwarz-weiss-Lösungen fehl am Platze sind, da sie das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Organe untergraben können.

Gerade für Anwälte und Studenten, die sich auf öffentliches Recht konzentriert haben oder später konzentrieren wollen bietet die Ausbildung zum Mediator im Moment noch einen idealen Ausbildungsvorsprung zu anderen Bewerbern und Anwälten.