Täter-Opfer-Ausgleich

Grundsätzlich beschäftigt sich das deutsche Strafrecht überwiegend mit der Tat und dem Täter. Das Opfer als solches mit seinen Verletzungen, vor allem den psychischen, seinen Ängsten und seinen Aggressionen wird weitgehend alleine gelassen bzw. ist nicht Teil des Prozesses. Sieht man von Zeugenstellung und Nebenklage einmal ab.
Seit den 90er Jahren wird deshalb verstärkt der Täter-Opfer-Ausgleich praktiziert. Dessen Rechtsgrundlage findet sich in § 155a StPO. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht sollen in jeder Phase des Prozesses prüfen, ob ein Ausgleich des Täters und des Opfers auf diesem Wege möglich ist.
So wird den Interessen des Opfers eher Rechnung getragen als durch eine schlichte Verurteilung. Oftmals ist ja das strafbare Verhalten nur der Schluss- und Höhepunkt eines schon lange schwelenden Konfliktes. Deswegen eignet sich die Befriedung und Befriedigung, sondern soll auch der erhöhten Akzeptanz des Rechtsstaats und des aus ihm geborenen Strafrechtssystems dienen. Immerhin handelt es sich um die dritte Spur des Strafrechts, da er neben den eigentlichen Strafen und den Maßregeln steht. Deshalb sind auch die psychologischen Anforderungen des Mediators in den Sitzungen außerordentlich hoch
Eine sehr gute Ausbildung und Weiterbildung ist daher unabdingbar.

Die Aus- und Weiterbildung wird Sozialtherapeuten oder anderen sozialpädagogisch geschulten Personen, die im Täter-Opfer-Ausgleich oder auf strukturell ähnlichen Gebieten bereits Erfahrungen gemacht haben, sowie bereits im Polizei- und Justizapparat tätigen Personen empfohlen, ist aber natürlich auch für Lehrer und Schulpsychologen oder andere Interessierte geeignet.

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