Familienmediation

Familienmediation is die bisher wohl verbreitetste Form der Mediation. Da es sich bei familiären Konflikten, insbesondere bei Trennungen und Scheidungen immer um sehr emotionale Konflikte handelt ist die Mediation als alternatives Streitbeilegungsverfahren besonders geeignet.

Familien- und Erbmediation

In der Familien- und Erbmediation ist die Mediation fest etabliert.

In beiden Feldern geht es um Familie und Familie ist immer etwas Besonderes. Zum einen steht sie unter dem Schutze des Staates. Dies ist auch klassische Abwehrposition, der Staat soll also in die Familie so spät als möglich und so wenig wie möglich eingreifen. Das gilt auch für die Konflikte. Zum anderen ist in einer Familie gerade im Konfliktfall immer alles sehr kompliziert. Gefühle spielen in weit größerem Maße in den Konflikt hinein als zum Beispiel bei Konflikten von Geschäftsleuten.

Hoch emotionale Konflikte aber sind durch reine Rechtsprechung nicht zu lösen. Zwar ergibt sich vielleicht Rechtsruhe, emotionale Ruhe aber sicher nicht, da dem Unterlegenen im Allgemeinen die Lösung „einfach vorgesetzt“ wurde, der andere „gewinnt“ oder sowieso bloß gelogen hat usw. usw.. Mediation eignet sich hier besonders gut, da sie in die Zukunft gerichtet ist und so die Möglichkeit bietet die erlittenen Bitterkeiten im Moment der Lösungsfindung zu Umgehen. Ist dann von Konfliktparteien oder mehreren eine Lösung gefunden, so wird sich an diese im Allgemeinen auch gehalten, weil man ja selbst an ihr beteiligt war. So weit die Theorie, weil Zaubern kann die Mediation auch nicht. Aber es werden im Vergleich zu Rechtssprechung gerade hier erstaunlich gute Ergebnisse gefunden.

Wichtig ist, wenn man eine Ausbildung zum Familien- und Erbrechtsmediator/in absolvieren will, dass diese sehr fundiert sein sollte. Das emotionale Element kann so groß sein, dass zunächst eher psychologische denn rechtliche Fähigkeiten von Nöten sind. Kommt dann noch eine weitere Person hinzu, nämlich Kinder, auf deren Rücken der Streit oft ausgetragen wird, gilt dies in besonderem Maße.

Anwälte bei Familien- und Erbrechtsstreitigkeiten
Grundsätzlich sind Anwälte in diesen Mediationen sinnvoll. Zum einen verschaffen sie dem Mandanten einen Verhandlungsvorsprung indem sie die Chancen für den Ausgang des Rechtsstreits abschätzen können und zum anderen können sie auch unmögliche oder ungünstige Vergleiche, die Mandanten eventuell abschließen wollen, verhindern.
Die beteiligten Anwälte sollten eine Ausbildung in Mediation vorweisen können. Mediation gehört hier mittlerweile zum Standardrepertoire und man macht keine besondere Figur vor dem Mandanten, wenn man keinerlei Kenntnisse von Sinn und Ablauf hat oder während der Mediation „schwimmt“, weil man nie gelernt hat das klassische juristische Anspruchsdenken zu modifizieren oder sich dessen, was die Rolle als Anwalt in einer Mediation verlangt, nicht bewusst ist.

Dass gerade in diesen Rechtsgebieten eine Streitschlichtung ohne Richter oder eben gerichtsnahe Mediation die weitaus sinnigere Alternative ist und daher eine Mediationsausbildung schon zum verantwortungsvollen Umgang mit seinem Mandanten gehört steht auf einem anderen Blatt.


Dieser Artikel wurde und von Bernhard Tille zugesandt.

Da familiäre Konflikte meist mit einer hohen emotionalen Belastung einhergehen, kann es zusätzlich zur Mediation erforderlich werden, daß einzelne Familienmitglieder zusätzlich auch eine psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen, um sich überhaupt einem gemeinsamen Klärungsprozess gegenüber konstruktiv öffnen zu können.

Durch aktuelle Belastungen werden häufig alte ungelöste psychische Themen und Traumen reaktiviert und vermischen sich mit den aktuellen Problemstellungen. Das führt in der Regel zu starken Einschränkungen, in der Mediation zufriedenstellende Lösungen zu erreichen. Diese subjektiven Themen sollten außerhalb des Mediationsgeschehens in einer Psychotherapie aufgearbeitet werden.


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Cooperative Praxis - Collaborative Practice - am 28.04.-01.05.2017 bei Kitzbühel

Ausbildung in Cooperativer Praxis für Mediatoren

Leitung: Gisela Mähler,
Hans-Georg Mähler

Zeit: Freitag, 28. April 2017, 14:00 Uhr
bis Montag, 01. Mai 2017, 13:00 Uhr
Zeitdauer: 22 Stunden

Ort:

Werkstatt Familienmediation: 16./17.04.2018

Anmeldung und informationen unter www.

Einzelgespräche in der Mediation:

Anmeldung und Infos unter www.klaeren-und-loesen.de oder unter 030-84313229.
Als Mediator/innen kann es immer wieder vorkommen, dass entweder die Medianden selbst ein Einzelgespräch einfordern oder w