Mediation - ein sehr interessantes Aufgabenfeld für Juristinnen und Juristen

Das erste Mediationsgesetz in Deutschland wird nun verabschiedet. Die Mediation ist damit auch in Deutschland als ernstzunehmendes Streitbeilegungsverfahren etabliert. Ein Wandel in der Rechts- und Streitkultur zeichnet sich ab. Die Nachfrage nach Mediation steigt, da die Konfliktparteien zunehmend an schnellen, individuellen und außergerichtlichen Konfliktlösungen interessiert sind. Auftraggebern kommt es nicht mehr nur darauf an, vor Gericht recht zu bekommen. Sie sind viel stärker als noch vor 10 Jahren an einvernehmlichen Konfliktlösungen interessiert, um ihre (Geschäfts-) Beziehung zu erhalten, schnell wieder handlungsfähig zu sein, unnötige Rechtsverfolgungskosten zu vermeiden oder auch nur schnell, fair und kostengünstig an einen vollstreckbaren Titel zu gelangen. All diese Ziele können mit Mediation erreicht werden.

Gerade Juristinnen und Juristen sollten die Chance nutzen und ihr Angebot um Mediation erweitern. Egal ob sie in einem Unternehmen bzw. einer Organisation beschäftigt sind oder als Anwalt bzw. Anwältin arbeiten, als Juristen sind sie die geborenen Konfliktbearbeiter bzw. -manager. Nach der sog. Streitbeilegungslehre sollte jeder Konfliktmanager die verschiedenen Möglichkeiten und Wege der Konfliktbearbeitung im konkreten Fall in Erwägung zu ziehen. Hierzu gehört auch das Aufzeigen der Mediation als mögliche Konfliktlösungsstrategie. Es ist sicher sinnvoll, sich mit dieser Methode der außergerichtlichen Streitbeilegung vertraut zu machen, besser noch: Sie können die Durchführung selbst als Mediatorin oder Mediator anbieten.

Ob Sie als ausgebildeter Mediator/in selbst Mediationen durchführen, Ihre Mandanten in solche fachkundig begleiten, oder mediative Elemente in Ihren Arbeitsalltag einbauen, in jedem Fall profitieren Sie als Jurist/in von den im Rahmen einer Mediationsausbildung vermittelten Kenntnissen im Bereich der Konfliktforschung, Kommunikationstheorie, Gesprächsführung in Konflikten, verhandlungspsychologischen Ansätzen und den praktischen Erfahrungen als Verhandlungsleiter.

Das a.m.o.s. Institut bietet eine speziell auf die Bedürfnisse von Juristinnen und Juristen ausgerichtete Mediationsausbildung regelmäßig in Bayern, Berlin und im Rheinland an. Weitere Informationen zu den aktuellen Kursen erhalten Sie unter www.amos-institut.de , info [AT]amos-institut.de oder telefonisch unter 08102 8015242.

Mediation für Juristen

Mediation ist für Juristen eine ideale Fort- und Weiterbildungsmöglichkeit. Und da sie sich ziemlich auf dem Vormarsch befindet eine sinnige dazu. Mediation findet als gerichtsgestützte Mediation in immer mehr Bundesländern Einzug in die Gerichte und gewinnt damit auch an Vertrauen und Bekanntheit in der Bevölkerung.

Eine Ausbildung zum/zur Mediator/in hat in allen Bereichen in den Juristen tätig sind Vorteile. Für bestimmte Rechtsgebiete sind Kenntnisse schon jetzt unabdingbar.

Der Mandant dein größter Feind – Durch Gesprächstechnik zu Informationen Grundsätzlich gilt der Spruch: „Der größte Feind des Anwalts ist sein Mandant“, so abgedroschen er auch klingen mag, in allen Gebieten des Rechts. Denn Informationen sind das A und O für den Rechtsanwalt. Der Mandant sieht das oft anders. Ihm ist alles vollkommen klar. Daher wird er auch nur die Geschichte erzählen, die er sich zurechtgelegt hat - seine Wahrheit. Oft meint er auch dem Anwalt etwas vorzuenthalten stärkt seine Position. Für den Anwalt verengt dies die Strategie.

Jeder Anwalt wird bestätigen, dass die Mandantenbefragung, insbesondere über heikle Themen das Wichtigste und Schwierigste im ganzen Anwaltsberuf ist. Die Mediationsausbildung vermittelt nun Fragetechniken und Zuhörfähigkeiten, die es einem Erleichtern vom Mandanten die gewünschten Informationen zu erhalten. Anspruch-Rechtsfolge oder „Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande“ (Thoma)

...wie in vielen Vorurteilen ein klitzekleiner Kern zumindest nachvollziehbaren Inhalts zu finden ist, so trifft die teils vertretene landläufige Meinung vom Juristen als sozialem Vollversager teils zu. (...der Autor darf das sagen, ist er doch selbst Jurist)

Unter dem Druck eines langen, schweren Studiums, das stures Subsumieren eines Sachverhalts unter abstrakte Tatbestandsmerkmale zur Rechtsfolgenfindung zurecht zu einer der wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss macht, vergisst so mancher, dass die gesamte Rechtssprechung eigentlich nicht zu besten Lösungen kommen will, sondern nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen zwei Konfliktparteien und der Allgemeinheit erreichen kann – Rechtsfrieden.

Vor lauter Konzentration auf das Gewinnen und Verlieren und auf die Anwendung dieser mühsam erlernten Fähigkeiten im Rechtsstreit, der doch „ultima ratio“ sein sollte, vergisst so mancher, dass es ein Leben vor dem Rechtsstreit gab und gibt, das nicht durch abstrakte Tatbestandsmerkmale bestimmt wird, sondern durch konkrete Menschen, Sachverhalte und Lebenssituationen, die man alle zur bestmöglichen Lösung verwenden kann. Dies lernt man bei einer Ausbildung zum Mediator.

Viele Juristen haben ein wenig Bedenken im Hinblick auf die Mediation, weil sie ja mehr oder weniger von jedem durchgeführt werden kann. Was sie dabei vergessen ist, dass auch bei der Mediation die Kenntnisse und Fähigkeiten eines Juristen von großem Nutzen sind.

Im Regelfall wird sich niemand auf eine Mediation einlassen, wenn er nicht weiß, wie voraussichtlich der Rechtsstreit ausfällt. Und wer außer einem Anwalt kann diese Prognose abgeben? Bei der Mediation, wie bei allen Verhandlungen ist die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen, schlicht die Verhandlungsposition und damit der Anwalt unverzichtbar. Kennt man sich also zur juristischen Ausbildung noch dazu in der Mediation aus ist man anderen ein Stück voraus und der Mandant wird’s danken.

Spezifische juristische Anwendungsfelder in denen Mediation heute gang und gäbe ist: Familien- und Erbrechtsmediation Wirtschaftsmediation Umweltmediation Betriebsmediation/Personalführung Täter-Opfer-Ausgleich