Was ist Mediation und welche Vorteile hat sie?

Grundlagen

Mediation ist eine Methode zur konstruktiven Konfliktlösung. Sie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, bei dem die Parteien im Rahmen eines freiwilligen, durch den Mediator unterstützten Gespräches, die Möglichkeit erhalten, ihre Sicht der Dinge zum Ausdruck zu bringen und zusammen mit dem Gesprächspartner Lösungen und verbindliche Regeln zu erarbeiten.

Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit

Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien:
Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt.
Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen.

Die Mediation ist kein verbindlich geregeltes Verfahren. Sie ist grundsätzlich nicht institutionell. Ausnahmen hiervon könnten die gerichtsverbundene Mediation sein. Seit dem Jahr 2011 gibt es auch ein Gesetz hinsichtlich der Mediation.

Die Mediation setzt darauf eine Lösung zu finden und nicht nur Rechtsfrieden. Daher ist die Mediation auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit angewiesen. Ohne Zustimmung der Parteien wird keine Lösung gefunden oder beschlossen.

Am ehesten ist die Mediation mit der Schlichtung vergleichbar. Allerdings mit den bedeutenden Unterschied, dass die Lösung von den Konfliktparteien gefunden wird und nicht vom Schlichter.

Prozedurale Voraussetzungen

Mediation benötigt einige Grundlagen:

  • Freiwilligkeit - nur wenn beide Parteien eine Lösung wollen wird man sie finden
  • Verschwiegenheit
  • Ergebnisoffenheit- Das Ergebnis bestimmen die Parteien. Steht das Ergebnis bereits zu Beginn fest, dann macht Mediation keinen Sinn. Die Parteien müssen verhandlungsbereit sein.
  • Allparteilichkeit/Neutralität - der Mediator leitet das Verfahren allparteiisch. Er darf also nicht auf der Seite eines der Beteiligten stehen. Allerdings dard er kommunikativer Ungleichgewichte ausgleichen.
  • Ziele und Voreile

    • Lösungen, nicht Rechtsfrieden. Dem Richter steht nur das Gesetz zur Verfügung. Bei der Mediation können Interessenlagen aufgedeckt und berücksichtigt werden, die so nicht gesehen werden.
    • Kosten- die Mediation ist verhältnismäßig preiswert, da geringere Verfahrens- und Gerichtskosten anfallen.
    • Relativ einfach und unbürokratisch
    • Schonung personeller und betrieblicher Ressourcen
    • keine Öffentlichkeit - insbesondere bei Wirtschaftsmediation interessant
    • Höhere Vertragstreue. Vereinbarungen, die jemand freiwillig getroffen hat, halten deutlich besser als vom Gericht aufoktroierte Urteile. Der Konflikt ist gelöst und schwelt nicht weiter.
    • Linktipp: Artikel zu Mediation auf Wikipedia